Notwendige Leitungsarbeiten ja – „tote Baustellen“ nein

Viele kennen das Ärgernis: Absperrungen stehen, Halteverbote bleiben bestehen, Gehwege oder Fahrbahnen sind eingeschränkt – aber vor Ort ist zeitweise keine Bautätigkeit zu erkennen.


 

Deshalb habe ich beim Senat nachgefragt, wie Baustellen der Berliner Wasserbetriebe in Treptow-Köpenick geplant, kontrolliert und bei Unterbrechungen wieder angepasst werden.

Die Antworten zeigen: Die Arbeiten sind oft notwendig. Allein 2026 setzen die Berliner Wasserbetriebe in Treptow-Köpenick rund 74 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 26 Millionen Euro um. Es geht um Trinkwasserleitungen, Abwasseranlagen, Rohrschäden und die Sicherung der Versorgung.

Die Antworten zeigen aber auch ein Problem: Eine saubere digitale Übersicht darüber, wo es zu Verzögerungen kommt, warum eine Baustelle ruht und ob Absperrungen oder Halteverbote zwischenzeitlich reduziert werden können, gibt es offenbar nicht. Der Senat teilt mit, dass im Wesentlichen nur der frühestmögliche Beginn und das späteste Ende laut verkehrsrechtlicher Anordnung vorliegen. Ob tatsächlich gearbeitet wird, wird nicht durchgehend dokumentiert.

Das ist aus meiner Sicht zu wenig. Wer öffentlichen Straßenraum in Anspruch nimmt, muss Einschränkungen auf das notwendige Maß begrenzen. Wenn länger nichts passiert, muss geprüft werden, ob Absperrungen verkleinert, Halteverbote aufgehoben oder Flächen wieder freigegeben werden können.

Wichtig ist dabei: Bei Unterbrechungen von mehr als zwei Wochen sollen Verkehrsflächen grundsätzlich wieder freigegeben werden, soweit keine technischen oder sicherheitsrelevanten Gründe entgegenstehen. Genau daran muss sich die Praxis künftig stärker messen lassen.

Ich werde an dem Thema dranbleiben. Notwendige Baustellen wird es weiter geben. Aber sie müssen besser erklärt, besser koordiniert und für Anwohner, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmer so kurz und so verträglich wie möglich gehalten werden.

Welche Maßnahmen der Berliner Wasserbetriebe im Wahlkreis zu erwarten sind: Nach der Senatsantwort und den Antworten beigefügte VMS-Liste sind im Wahlkreis insbesondere folgende Maßnahmen relevant. Die genaue technische Art wird in der Anlage meist nur allgemein als Wasser-/Abwassermaßnahme angegeben. Konkretere Angaben nennt die Antwort nur bei einzelnen größeren Vorhaben.

Siegfried-Berger-Straße 43, Allende-Viertel
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 04.06.2026 bis 24.07.2026

Strandschloßweg 1, Wendenschloß
Wasser-/Abwassermaßnahme; in der Antwort zusätzlich als Rohrschaden genannt. Geplanter Zeitraum: 04.05.2026 bis 21.08.2026

Müggelschlößchenweg 70, Allende-Viertel / Köpenick
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 20.04.2026 bis 12.06.2026

Zur Bürgerheide 24, Müggelheim
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 02.03.2026 bis 30.06.2026

Rübezahl 1, Müggelhort / Müggelsee-Bereich
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 05.01.2026 bis 15.10.2027

Zum Dahmeufer 3–15, Wendenschloß
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 10.05.2026 bis 06.01.2027

Am Bahndamm 1, Kietzer Feld
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 01.04.2026 bis 12.12.2026

Zum Langen See 25–27, Wendenschloß
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 17.11.2025 bis 16.11.2026

Müggelbergallee 39, Wendenschloß / Richtung Müggelhort
größere Trinkwassermaßnahme, Leitungsdimension DN 600. Laut BWB: Baubeginn 20.11.2025, geplantes Bauende 31.12.2027

Müggelheimer Damm, genauer Abschnitt in der Anlage nicht benannt
Wasser-/Abwassermaßnahme, laut Anlage mit geplantem Ende 22.06.2026

Kietzer Straße 3, Kietz
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 07.03.2026 bis 15.11.2026

Zur Nachtheide 36–84, Kietzer Feld
Wasser-/Abwassermaßnahme, geplant vom 01.06.2025 bis 31.10.2027

Zur Nachtheide 82, Kietzer Feld
Wasser-/Abwassermaßnahme, ebenfalls geplant vom 01.06.2025 bis 31.10.2027

Bei allen diesen Maßnahmen können – je nach Baufortschritt – Absperrungen, Halteverbote oder Einschränkungen auf Gehweg, Radweg oder Fahrbahn erforderlich werden. Genau deshalb braucht es hier mehr Transparenz: Die Bürger müssen nachvollziehen können, warum eine Einschränkung besteht, wie lange sie dauern soll und ob sie bei längeren Pausen wirklich noch notwendig ist.

Alle Antworten auf meine Schriftliche Anfrage 19/26099 finden Sie hier unter INFORMATIONEN