Senke in der Straße „Zur Fähre“

Das Problem ist bekannt – jetzt braucht es endlich konkrete Lösungen

Seit mehr als zwei Jahren weisen Anwohnerinnen und Anwohner in Müggelheim auf die erhebliche Senke in der Straße „Zur Fähre“ hin. Nach den Schilderungen vor Ort kommt es dort regelmäßig zu starken Wasseransammlungen. Fahrbahn und Seitenbereich stehen zeitweise vollständig unter Wasser, sodass Fußgänger den Abschnitt nicht mehr trockenen Fußes passieren können. Besonders betroffen sind Kinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen.

Die Antwort des Bezirksamts ist in einem Punkt eindeutig: Das Problem ist technisch bekannt, eine einfache Standardlösung sieht die Verwaltung aber nicht. Nach den bisherigen Prüfungen ist die Fahrbahn durch wiederholtes Auftragen von Asphalt bereits stark befestigt. Darunter liegen jedoch nicht standfeste Mudde- und Torfschichten, deren Restfestigkeit stark vom Wassergehalt abhängt. Entwässerungsmulden wurden verworfen, weil das Wasser dadurch nicht sinnvoll abgeführt werden kann. Eine weitere Erhöhung der Fahrbahn wird ebenfalls ausgeschlossen, weil zusätzliche Auflast den weichen Untergrund weiter belasten und erneut zu Absenkungen führen würde. Auch ein größerer „Brückenbau“ wurde als technisch sehr aufwändig und wirtschaftlich nicht vertretbar bewertet. Einen konkreten Zeitplan nennt das Bezirksamt bislang nicht.

Damit ist das Problem erneut beschrieben – gelöst ist es noch immer nicht. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf Lösungswege, die gestuft gedacht sind und nicht nur zwischen „nichts tun“ und „kompletter Neubau“ unterscheiden.

1. Barrierefreier Seitensteg oder erhöhter Gehweg nur für Fußgänger

Das wäre die naheliegendste Sofort- und Zwischenlösung. Das Hauptproblem ist nicht nur die Fahrbahn, sondern vor allem, dass Menschen den Abschnitt zeitweise gar nicht mehr trocken passieren können. Statt sofort die gesamte Straße neu zu bauen, könnte im besonders betroffenen Bereich ein schmaler, erhöhter Gehweg oder Seitensteg geschaffen werden.

Vorteil: schnell, sichtbar, bürgernah und unmittelbar wirksam – besonders für Kinder, Ältere und mobilitätseingeschränkte Personen.

Nachteil: Die eigentliche Straßenkonstruktion wäre damit noch nicht dauerhaft gelöst.

2. Keine große Brücke, sondern eine kurze konstruktive Lösung im engsten Schadbereich

Die Verwaltung hat einen umfangreichen „Brückenbau“ verworfen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jede konstruktive Überbrückung ausscheidet. Denkbar wäre auch eine kurze, lokal begrenzte Lösung nur im engsten Problemabschnitt. Wenn die Senke räumlich klar eingegrenzt werden kann, müsste nicht die ganze Strecke, sondern nur der kritischste Bereich technisch gesichert werden.

Vorteil: dauerhafter als bloßes Nachasphaltieren.

Nachteil: aufwendiger und teurer als ein reiner Fußgängersteg; setzt eine saubere Baugrundabgrenzung voraus.

3. Lastverteilender Neuaufbau statt immer weiterer schwerer Asphaltlagen

Wenn zusätzliche Auflast das Problem verschärft, liegt es nahe, nicht einfach weiter aufzuschütten, sondern über einen anderen Fahrbahnaufbau nachzudenken. Ziel wäre ein Aufbau, der die Last besser verteilt und den weichen Untergrund weniger belastet als weitere schwere Asphaltlagen.

Vorteil: näher an einer echten Straßenlösung als bloße Provisorien.

Nachteil: setzt neue fachliche Untersuchungen und eine präzise planerische Dimensionierung voraus; bei sehr weichem, wassergesättigtem Untergrund bleibt ein Setzungsrisiko.

4. Leichtbaustoffe statt weiterer schwerer Auflast

Aus demselben Grund erscheint auch eine Lösung mit möglichst leichten Baustoffen naheliegend. Wenn das Kernproblem gerade in der Belastung des weichen Untergrunds liegt, sollten Varianten geprüft werden, die das zusätzliche Gewicht möglichst gering halten.

Vorteil: greift das Grundproblem direkt auf – mehr Gewicht verschlechtert die Lage.

Nachteil: planerisch anspruchsvoll und nicht jede Bauweise eignet sich für dauerhaft nasse Verhältnisse.

5. Gezielte Baugrundverbesserung nur im Hotspot

Statt die gesamte Straße großflächig neu zu bauen, könnte geprüft werden, ob sich der Untergrund nur im besonders kritischen Abschnitt gezielt verbessern lässt. Das wäre kein Komplettumbau, sondern ein Eingriff dort, wo die stärksten Probleme auftreten.

Vorteil: kann tragfähiger sein als reine Oberflächenmaßnahmen.

Nachteil: höherer technischer Aufwand und Eingriff in den Untergrund; keine schnelle Sofortmaßnahme.

6. Entwässerung nur mit belastbarem Abflusskonzept

Offene Entwässerungsmulden wurden bereits verworfen, weil das Wasser nach Aussage des Bezirksamts nicht sinnvoll abgeführt werden kann. Daraus folgt: Eine Entwässerungslösung kommt nur in Betracht, wenn zuvor geklärt ist, wohin das Wasser rechtlich und technisch überhaupt abgeführt werden soll.

Vorteil: könnte Wasserstände spürbar entschärfen.

Nachteil: ohne sicheren Ableitungsweg ist es keine tragfähige Lösung.

7. Sofortmaßnahmen bis zur Bauentscheidung

Unabhängig von der Endlösung spricht vieles für ein Paket kurzfristiger Maßnahmen: provisorische Übergänge, bessere Passierbarkeit für Fußgänger, Warnhinweise oder weitere Sicherungen im betroffenen Bereich. Das ersetzt keine dauerhafte Sanierung, wäre aber besser als jahrelanger Stillstand.

Vorteil: schnelle Entlastung für Anwohner.

Nachteil: keine Dauerlösung.

Was jetzt notwendig wäre

Am überzeugendsten wäre ein gestuftes Vorgehen: erstens kurzfristige Maßnahmen, damit der Abschnitt wenigstens verlässlich passierbar bleibt; zweitens eine fachlich belastbare Prüfung mehrerer Dauerlösungen; drittens eine transparente Entscheidung mit Zeitplan. Genau daran fehlt es bislang.

Mit einem kleinen Augenblinzeln könnte man sagen: Nach dem derzeitigen Bearbeitungsstand wirken Gummistiefel fast wie die verlässlichste Zwischenlösung. Für die Anwohner wäre es allerdings deutlich besser, wenn das Bezirksamt statt dieser unfreiwilligen Pointe endlich einen konkreten Plan vorlegt.

 

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